Der Wolf ist zurück im Baselbiet – zwischen Herdenschutz und Akzeptanz
Eine bestätigte Wolfssichtung im Baselbiet beschäftigt die Landwirtschaft. Der Fall zeigt, wie die Rückkehr des Wolfs auch ausserhalb der klassischen Bergregionen Fragen aufwirft.

Eine bestätigte Wolfssichtung im Baselbiet beschäftigt die Landwirtschaft. Der Fall zeigt, wie die Rückkehr des Wolfs auch ausserhalb der klassischen Bergregionen Fragen aufwirft.
Im Baselbiet ist im Juni 2026 ein Wolf gesichtet worden. Für die Region ist das bemerkenswert, weil der Wolf in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin vor allem mit den Alpen verbunden wird. Tatsächlich breitet sich die Art aber in verschiedene Landschaftsräume aus.
Für Landwirtinnen und Landwirte bedeutet jeder neue Nachweis eine konkrete Abwägung. Schafe und Ziegen können auch in hügeligem Gelände schwer zu schützen sein. Elektrozäune, Herdenschutzhunde und eine angepasste Weideführung reduzieren das Risiko, verursachen aber Aufwand und Kosten.
Die Bestände wachsen, die Regeln ändern sich
2025 wurden in der Schweiz rund 40 Wolfsrudel und etwa 350 Tiere bestätigt. Gleichzeitig wurden zwischen September 2025 und Januar 2026 insgesamt 77 Wölfe abgeschossen. Der Bund kommt zum Schluss, dass der Bestand wegen präventiver Abschüsse weniger schnell wächst.
Die Zahlen zeigen den politischen Spagat: Der Wolf ist geschützt, darf aber unter bestimmten Voraussetzungen reguliert werden. Entscheidend sind Nachweise, Schäden und die Frage, ob zumutbare Herdenschutzmassnahmen eingesetzt wurden.
Warum lokale Erfahrungen wichtig sind
Eine Sichtung allein ist noch kein Beleg für ein dauerhaftes Rudel. Sie löst aber eine wichtige Aufgabe aus: Behörden, Tierhalter und Bevölkerung müssen wissen, wie sie Spuren melden und Tiere schützen können. Gleichzeitig braucht es eine sachliche Kommunikation, damit weder Angst noch Verharmlosung die Debatte bestimmen.
Die Rückkehr des Wolfs ist damit nicht nur eine Naturschutzfrage. Sie betrifft Landwirtschaft, Raumplanung, Tourismus und das Vertrauen in staatliche Regeln. Je klarer diese Regeln sind, desto eher kann Koexistenz funktionieren.
Quelle: SRF: Wolf im Baselbiet gesichtet und SRF: Bilanz zu Wolfsabschüssen.