Schweiz

Flucht vor der Hitze: Warum die Schweiz als Sommerdestination gewinnt

Bergregionen profitieren von der Suche nach kühleren Ferienzielen. Der Schweizer Tourismus verzeichnete bereits 2025 hohe Übernachtungszahlen – 2026 setzt sich der Trend fort.

Davos in einem grünen Alpental

Bergregionen profitieren von der Suche nach kühleren Ferienzielen. Der Schweizer Tourismus verzeichnete bereits 2025 hohe Übernachtungszahlen – 2026 setzt sich der Trend fort.

Die Schweizer Bergregionen profitieren von einem veränderten Sommerverhalten. Wenn Städte und tiefe Lagen unter Hitzewellen leiden, werden Höhenlagen, Seen und schattige Wanderwege attraktiver. Laut SRF erreichte die Schweiz 2025 rund 44 Millionen Übernachtungen. Rund 22,8 Millionen davon entfielen auf ausländische Gäste, 21,1 Millionen auf inländische.

Der Sommer ist dabei längst keine Nebensaison mehr. Rund 60 Prozent der Übernachtungen fallen in die warmen Monate. Für 2026 rechnen viele Destinationen mit einer anhaltenden Nachfrage, auch weil die Schweiz als gut erreichbares und politisch stabiles Reiseziel wahrgenommen wird.

Höhere Lagen haben einen Wettbewerbsvorteil

Die Nachfrage verteilt sich nicht automatisch gerecht. Bekannte Orte können an Spitzentagen überlastet sein, während kleinere Täler wenig profitieren. Gäste suchen zudem zunehmend konkrete Erlebnisse: regionale Küche, Naturbeobachtung, Velorouten und unkomplizierte Ausflüge ohne lange Anreise.

Für Destinationen bedeutet das, dass sie nicht nur Betten verkaufen dürfen. Sie müssen Besucherströme lenken, den öffentlichen Verkehr einbinden und die Belastung für Natur und Bevölkerung begrenzen.

Der Klimavorteil ist kein Freipass

Die Schweiz profitiert zwar von ihrer Topografie, doch auch Bergregionen sind vom Klimawandel betroffen. Gletscher, Wasserverfügbarkeit und Naturgefahren verändern sich. Gleichzeitig kann eine grössere Zahl von Sommergästen lokale Infrastruktur und Wohnraum belasten.

Der stärkste Tourismus entsteht deshalb dort, wo Erreichbarkeit, Wertschöpfung und Schutz zusammengedacht werden. Ein Sommer in den Bergen bleibt attraktiv, wenn die Landschaft nicht nur Kulisse, sondern Teil des Angebots und der Verantwortung ist.

Quelle: SRF: Schweiz boomt als Sommerdestination.