Klima

Lausannes Hitzeplan: Mehr Anrufe und Besuche im Sommer 2026

1787 Anrufe und 123 Hausbesuche: Lausanne zieht Bilanz des Hitzeplans. Was die Zahlen zeigen und weshalb mehr Einsätze nicht mehr Krankheitsfälle bedeuten.

Ein Glas Wasser für eine ältere Person. Symbolbild zum Hitzeschutz.
Ein Glas Wasser für eine ältere Person. Symbolbild zum Hitzeschutz. Bildquelle: Quellenbericht.

Lausanne hat im Sommer 2026 im Rahmen seines Hitzeplans 1787 Telefonanrufe und 123 Hausbesuche durchgeführt. Im Vorjahr waren es 639 Anrufe und 43 Besuche. Die Stadt zieht damit eine Bilanz ihrer Unterstützung für ältere und besonders verletzliche Menschen.

Nach der von La Télé veröffentlichten Mitteilung wurden alle kontaktierten und besuchten Personen bei guter Verfassung angetroffen. Die Zahl der Kontakte ist daher nicht als Zahl medizinischer Notfälle zu lesen.

Mehr Einsatztage verändern den Vergleich

Der Hitzeplan galt saisonal vom 15. Mai bis 15. September und wurde viermal aktiviert. Insgesamt ergeben sich 37 Einsatztage, gegenüber 18 im Jahr 2025. Der Anstieg der Kontakte steht damit auch im Zusammenhang mit einer längeren Aktivierung.

Wer nur die absolute Zahl der Anrufe vergleicht, übersieht diesen Unterschied. Fast doppelt so viele Einsatztage schaffen mehr Gelegenheiten für Kontakte. Um die Intensität des Programms genauer zu beurteilen, wären zusätzlich Angaben zu den erfassten Personen und wiederholten Anrufen hilfreich.

Wen die Stadt erreichen wollte

Die Mitteilung nennt vor allem Menschen ab 65 Jahren mit chronischen Erkrankungen, die allein leben und nicht bereits durch einen sozialmedizinischen Dienst begleitet werden. Ausserdem wurden mehr als 21’000 Informationsbriefe an ältere Einwohnerinnen und Einwohner versandt.

Der Ansatz richtet den Blick damit auf eine konkrete Lücke: Menschen können Unterstützung brauchen, ohne bereits in einem regelmässigen Betreuungsangebot zu sein. Ein vereinbarter Kontakt kann dann helfen, Schwierigkeiten früh zu erkennen.

Was die Bilanz belegt – und was nicht

Die Zahlen dokumentieren geleistete Kontakte und die Dauer der Aktivierung. Sie erlauben für sich allein keine Aussage darüber, wie viele Erkrankungen verhindert wurden. Dafür wäre eine andere Untersuchung erforderlich.

Trotzdem ist die organisatorische Bilanz relevant. Ein Schutzangebot muss Menschen tatsächlich erreichen und bei Bedarf weitere Hilfe vermitteln können. Ob dies zuverlässig gelingt, ist eine praktische Voraussetzung für seinen Nutzen.

Eine Anregung für das persönliche Umfeld

Auch ausserhalb eines städtischen Programms kann es sinnvoll sein, mit alleinlebenden Angehörigen vor einer Hitzeperiode einen Kontaktplan zu vereinbaren: Wer meldet sich wann? Was passiert, wenn niemand antwortet? Welche vertraute Ansprechperson ist erreichbar?

Solche Absprachen ersetzen keine medizinische Versorgung. Sie können aber verhindern, dass Unterstützung erst zufällig entsteht. Die Lausanner Bilanz zeigt vor allem, wie viel organisierte Arbeit hinter einem scheinbar einfachen Anruf stehen kann.

Quellen und Stand

Recherchestand: 16. September 2026. Zahlen und Verfahrensstände beziehen sich auf die jeweils genannten Erhebungs- und Meldedaten.