Schweiz

Wenn die Wiese braun wird: Bauern rüsten sich für mehr Wasserstress

Trockenheit zwingt Landwirtschaftsbetriebe zu neuen Strategien. Dabei konkurrieren Landwirtschaft, Trinkwasser, Industrie und Energie um dieselben Reserven.

Ackerflächen und Siedlungen im Zürcher Unterland

Trockenheit zwingt Landwirtschaftsbetriebe zu neuen Strategien. Dabei konkurrieren Landwirtschaft, Trinkwasser, Industrie und Energie um dieselben Reserven.

Eine braune Wiese ist nicht automatisch abgestorben. Sie zeigt aber, dass Pflanzen ihr Wachstum wegen fehlenden Wassers reduzieren. Für Landwirtschaftsbetriebe wird das problematisch, wenn mehrere trockene Wochen aufeinanderfolgen und der zweite oder dritte Schnitt ausfällt.

Die Schweiz erlebt damit einen Zielkonflikt: Landwirtschaft braucht Wasser, gleichzeitig müssen Trinkwasser, Industrie, Energieproduktion und Gewässer geschützt werden. In Dürrephasen dürfen kleine Bäche vielerorts nicht mehr für Bewässerung genutzt werden. Diese Eingriffe sind nötig, können aber die Planung eines Betriebs unmittelbar treffen.

Mehr Effizienz allein reicht nicht

Tröpfchenbewässerung, Bodenfeuchtesensoren und angepasste Zeitfenster reduzieren Verluste. Auch Humus und eine gute Bodenstruktur helfen, Wasser länger zu speichern. Trotzdem bleibt die verfügbare Menge begrenzt. Effizienz kann den Verbrauch senken, aber keinen Regen ersetzen.

Deshalb testen Betriebe trockenheitsverträglichere Sorten und passen Futterplanung sowie Tierbestände an. Solche Entscheidungen brauchen Zeit und Investitionen. Wer erst im akuten Engpass reagiert, hat weniger Optionen.

Regionale Regeln werden wichtiger

Wasser lässt sich nicht nach einem einheitlichen Schweizer Rezept verteilen. Ein Tal mit grossen Schneereserven steht vor anderen Fragen als ein Plateau mit tiefen Grundwasserständen. Kantone müssen Daten teilen und Regeln so gestalten, dass sie frühzeitig, nachvollziehbar und fair sind.

Der Klimawandel macht den Wasserstress nicht jedes Jahr gleich stark. Er erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass solche Sommer häufiger auftreten. Landwirtschaftliche Vorsorge ist damit auch Versorgungsvorsorge.

Quelle: SRF: Landwirtschaft im Wasserstress.