Schweiz

149 Messstationen zeigen, wie unterschiedlich die Hitze die Schweiz trifft

Ein landesweiter Hitzemonitor macht sichtbar, dass Rekorde, tropische Nächte und Trockenheit regional stark auseinanderliegen.

Blick über Sitten und das dicht besiedelte Rhonetal

Ein landesweiter Hitzemonitor macht sichtbar, dass Rekorde, tropische Nächte und Trockenheit regional stark auseinanderliegen.

Hitze wird in der Schweiz oft mit einem nationalen Temperaturwert beschrieben. Dieser Wert erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte. Ein Hitzemonitor von SRF Data und MeteoSchweiz vergleicht 149 Messstationen und zeigt, wie stark sich die Belastung zwischen Stadt, Tal und Bergregion unterscheidet.

In tiefen Lagen treten Hitzetage und tropische Nächte häufiger auf. Höhenlagen kühlen nachts stärker ab, können aber bei trockenen Böden ebenfalls unter Wasserstress leiden. Eine Region kann also bei der Temperatur weniger extrem wirken und trotzdem grosse ökologische Folgen erleben.

Warum Messdaten im Alltag helfen

Gute Daten unterstützen konkrete Entscheidungen. Gesundheitsdienste können gefährdete Tage besser kommunizieren, Gemeinden können Schattenplätze und Trinkwasserstationen planen. Landwirtschaft und Energieversorgung erhalten Hinweise darauf, wie sich die Lage entwickelt.

Für die Bevölkerung sind lokale Daten verständlicher als ein Durchschnittswert. Wer weiss, dass die eigene Station mehrere tropische Nächte hintereinander meldet, kann Schlaf, Betreuung und Arbeit besser organisieren.

Ein Monitor ersetzt keine Anpassung

Messungen machen die Entwicklung sichtbar, senken aber nicht automatisch die Temperatur. Dazu braucht es bauliche und organisatorische Massnahmen: Bäume, Entsiegelung, Beschattung, flexible Arbeitszeiten und Hitzeschutz in Pflege und Betreuung.

Die Stärke solcher Monitorings liegt deshalb in der Verbindung von Wissen und Handlung. Je genauer die Schweiz erkennt, wo Belastungen entstehen, desto gezielter kann sie reagieren.

Quelle: SRF Data und MeteoSchweiz: Hitze in Grafiken.