Schweiz

Warme Flüsse setzen Fische unter Druck – die Aare erreicht kritische Werte

Die Wassertemperaturen steigen in der Schweiz langfristig. Für Forellen, Äschen und Felchen wird es eng, wenn Hitze, niedrige Pegel und wenig Sauerstoff zusammenkommen.

Luftaufnahme der Berner Altstadt in der Aareschlaufe

Die Wassertemperaturen steigen in der Schweiz langfristig. Für Forellen, Äschen und Felchen wird es eng, wenn Hitze, niedrige Pegel und wenig Sauerstoff zusammenkommen.

Die Hitze des Sommers 2026 belastet nicht nur Menschen und Landwirtschaft. Auch Flüsse und Seen erwärmen sich stark. In der Aare wurden Temperaturen gemessen, die laut SRF so früh im Jahr seit Beginn der Vergleichsreihe 1975 nicht erreicht worden waren. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Wassertemperatur in Schweizer Gewässern in den vergangenen 40 Jahren deutlich gestiegen.

Für Fische ist warmes Wasser nicht einfach nur unangenehm. Je höher die Temperatur, desto weniger Sauerstoff kann sich im Wasser lösen. Fische müssen mehr Energie für Atmung und Kreislauf aufwenden, während Nahrung und geeignete Rückzugsorte knapper werden.

Wer besonders empfindlich ist

Forellen, Äschen und weitere kälteliebende Arten reagieren früh auf steigende Temperaturen. Sie suchen tiefere, kühlere Abschnitte auf. Wenn solche Refugien fehlen oder durch niedrige Pegel voneinander getrennt sind, können die Tiere nicht ausweichen. Für Jungfische ist die Situation besonders kritisch.

Auch Seen verändern sich. Felchen und Saiblinge ziehen sich in tiefere Wasserschichten zurück. Dort kann jedoch der Sauerstoff knapp werden, wenn sich das Wasser lange nicht durchmischt.

Frühwarnsysteme helfen, aber sie ersetzen keinen Gewässerschutz

Neue Mess- und Warnsysteme sollen anzeigen, wann Fische in Gefahr geraten. Das kann Behörden helfen, Wasserentnahmen zu begrenzen oder Schutzmassnahmen rechtzeitig auszulösen. Die Ursache der Entwicklung lässt sich damit aber nicht beheben.

Langfristig braucht es mehr Schatten entlang von Gewässern, genügend Restwasser und natürliche Flussräume. Ein kühler Bach ist nicht nur schön, sondern ein Teil der Infrastruktur eines funktionierenden Ökosystems.

Quelle: SRF: Flusshitzewellen werden häufiger und schwerer und SRF: Frühwarnsystem für Fische.