Falsche Steuermails im Namen von eTax.ch: Reiden warnt vor Betrug
Betrüger verschicken Zahlungsaufforderungen im Namen von eTax.ch. Reiden warnt – und stellt klar: Die Daten von eSteuern.LU sind nicht betroffen.

Eine E-Mail fordert dich auf, angeblich offene Steuern über einen Link zu bezahlen? Die Gemeinde Reiden warnt vor gefälschten Zahlungsaufforderungen im Namen von eTax.ch und kantonalen Steuerverwaltungen. Für eSteuern.LU gibt sie zugleich Entwarnung: Laut der Mitteilung wurden die Systeme nicht gehackt, die dort gespeicherten Daten sind nicht betroffen.
Die Warnung der Gemeinde Reiden vom 21. September 2026 richtet sich gegen E-Mails, die einen amtlichen Eindruck erwecken. Sie stammen nach Angaben der Gemeinde weder von eTax.ch noch von den kantonalen Steuerverwaltungen. Die Absender missbrauchen Namen und Erscheinungsbild des Steuerangebots.
Was an der Warnung besonders wichtig ist
Hier geht es um zwei unterschiedliche Dinge: eine gefälschte Nachricht in deinem Postfach und die Sicherheit der eigentlichen Steuerplattform. Die Gemeinde meldet einen Missbrauch des Absendernamens – keinen Einbruch in eSteuern.LU. Wer eine solche E-Mail erhält, kann daraus deshalb nicht schliessen, dass seine Steuererklärung aus dem Luzerner System gestohlen wurde.
Auch eTax selbst warnt vor den betrügerischen E-Mails. Die dortige Mitteilung trägt den Stand 14. September 2026. Das Unternehmen stellt klar, dass eTax.ch keine Mahnungen oder Zahlungsaufforderungen für ausstehende kantonale Steuern verschickt. Reiden greift somit eine bereits bestehende Warnung auf; der 21. September ist nicht als Beginn der Betrugsversuche belegt.
Eine verdächtige Steuermail erhalten? So prüfst du sie
Die Gemeinde nennt drei unmittelbare Schutzmassnahmen: keine Links in den betreffenden E-Mails anklicken, darüber nichts bezahlen und keine persönlichen, steuerlichen oder Zahlungsdaten eingeben.
Prüfe die Forderung auf einem unabhängigen Weg. Öffne die dir bekannte offizielle Website deiner Steuerverwaltung selbst und verwende die dort angegebenen Kontaktdaten. Für Rückfragen zu ihrer Warnung verweist die Gemeinde Reiden auf ihren Bereich Steuern. Verwende zur Abklärung nicht ausgerechnet den Kontakt oder Zahlungslink aus der verdächtigen Nachricht.
Ein Beispiel: Du erwartest tatsächlich noch eine Steuerrechnung. Nun trifft eine E-Mail ein, die unter dem Namen eTax.ch eine Zahlung verlangt. Dass die Nachricht zeitlich zu deiner Situation passt, bestätigt ihren Absender nicht. Kläre zuerst bei der zuständigen Steuerstelle, ob überhaupt eine offene Forderung besteht und wie sie korrekt beglichen wird.
Umgekehrt bedeutet die Warnung nicht, dass du jede echte Steuerrechnung ignorieren sollst. Entscheidend ist die unabhängige Prüfung der konkreten Forderung.
Schon Daten eingegeben oder bezahlt?
Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) empfiehlt bei Phishing folgende Schritte:
- Kreditkartendaten eingegeben: Kontaktiere sofort den Kartenanbieter, damit die Karte gesperrt werden kann.
- Passwort weitergegeben: Ändere es umgehend bei allen Diensten, bei denen du es verwendest. Für jeden Dienst gehört ein eigenes Passwort dazu. Ist das E-Mail-Passwort betroffen, sichere auch die damit verbundenen Konten.
- Finanziellen Schaden erlitten: Erstatte Anzeige bei der örtlichen Polizei.
Nur eine Nachricht erhalten zu haben ist nicht dasselbe wie Daten auf einer falschen Website einzugeben. Die nächsten Schritte hängen davon ab, was du tatsächlich gemacht hast. Notiere für die Abklärung, ob du einen Link geöffnet, Angaben übermittelt oder eine Zahlung ausgelöst hast.
Wo du die betrügerische E-Mail melden kannst
eTax bittet Empfänger, verdächtige Nachrichten nach Möglichkeit als Originaldatei im Format .eml oder .msg an support@ringler.ch zu schicken. Laut der Mitteilung werden die Vorfälle untersucht und dem BACS gemeldet. Diese Adresse stammt aus der offiziellen Warnung auf etax.ch.
Phishing kannst du ausserdem an reports@antiphishing.ch weiterleiten. Wenn du eine Rückmeldung möchtest, nutze das Meldeformular des BACS. Das Amt informiert bei Phishing-Websites unter anderem Hostinganbieter und Registrare, um eine Sperrung zu veranlassen.
Was bisher nicht bekannt ist
Die Mitteilung aus Reiden nennt weder die Zahl der versendeten E-Mails noch die Zahl der Geschädigten oder eine Schadenssumme. Auch eine bestimmte Herkunft der Täter ist darin nicht belegt. Wie gross diese konkrete Kampagne ist, lässt sich daraus nicht seriös ableiten.
Für Empfänger bleibt die praktische Konsequenz trotzdem eindeutig: Eine Zahlungsaufforderung im Namen von eTax.ch nicht über den enthaltenen Link erledigen, sondern direkt bei der zuständigen Steuerverwaltung abklären.
Quellenstand: 21. September 2026. Grundlage sind die verlinkte Originalmitteilung der Gemeinde Reiden, die Warnung von eTax.ch und die Handlungsempfehlungen des BACS.