Zwei Schweizerinnen nach Nepal-Flut gerettet – eine weitere ohne Kontakt
Zwei Schweizerinnen wurden nach der Sturzflut in Nepal gerettet und sind laut EDA den Umständen entsprechend in relativ guter Verfassung. Zu einer weiteren Schweizer Staatsangehörigen konnte zunächst kein Kontakt hergestellt werden.

Nach der verheerenden Sturzflut im nepalesischen Distrikt Rasuwa wurden zwei Schweizerinnen gerettet. Nach Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) waren sie den Umständen entsprechend in relativ guter Verfassung; die Schweizer Vertretung in Kathmandu stand mit ihnen in Kontakt. Für eine weitere Schweizer Staatsangehörige, die offenbar ebenfalls von der Katastrophe betroffen war, konnte bis Donnerstagabend noch kein Kontakt hergestellt werden. Weil weiterhin zahlreiche Menschen vermisst wurden, blieb die Lage unübersichtlich. Wer Angehörige in Nepal hat oder selbst im betroffenen Gebiet unterwegs ist, sollte offizielle Kanäle nutzen und Gerüchte in sozialen Netzwerken nicht weiterverbreiten.
Das Wichtigste
- Zwei Schweizerinnen wurden am 27. August gerettet und waren laut EDA den Umständen entsprechend in relativ guter Verfassung.
- Zu einer weiteren Schweizer Staatsangehörigen konnte zunächst kein Kontakt hergestellt werden; dem EDA lagen keine Angaben zu verletzten oder verstorbenen Schweizerinnen und Schweizern vor.
- Die nepalesischen Behörden haben für ausländische Betroffene und Angehörige ein eigenes Notfallteam eingerichtet.
- Reisende sollen gefährdete Gebiete meiden, Anweisungen vor Ort befolgen und ihren Standort in der Travel Admin App aktualisieren.
Erleichterung, aber noch keine Entwarnung
Am Donnerstagabend bestätigte das EDA, dass zwei Schweizerinnen gerettet worden waren. Nach Angaben von Swissinfo/Keystone-ATS waren sie den Umständen entsprechend in relativ guter Verfassung; die Schweizer Vertretung in Kathmandu stand mit ihnen in Kontakt. Gleichzeitig schien eine weitere Schweizer Staatsangehörige von der Katastrophe betroffen zu sein, ohne dass bis dahin Kontakt zu ihr hergestellt werden konnte. Das EDA hatte keine Kenntnis von verletzten oder verstorbenen Schweizer Staatsangehörigen und setzte seine Abklärungen fort. Diese Einschätzung blieb angesichts der laufenden Rettungs- und Identifikationsarbeiten eine Momentaufnahme.
Die offiziellen Gesamtzahlen widersprachen sich am 27. August erheblich. Die nepalesische Botschaft in London nannte in einem Lagebild mit Stand 18 Uhr Ortszeit 175 geborgene Tote und 624 vermisste Personen aus 32 Ländern. Die Weltorganisation für Meteorologie berichtete unter Berufung auf die nepalesische Katastrophenschutzbehörde für 18.20 Uhr dagegen von 359 geborgenen Toten und 73 Verletzten. schweiz.blog führt diese Zwischenstände deshalb nicht zu einer scheinbar eindeutigen Bilanz zusammen. Gesichert ist, dass die Rettungsarbeiten liefen und weiterhin viele Menschen vermisst wurden.
Betroffen ist vor allem der Distrikt Rasuwa mit dem Langtang-Gebiet und der Verbindung zur chinesischen Grenze. Schlamm, Wasser und Geröll haben Siedlungen sowie Verkehrswege getroffen. Die genaue Ursache wird noch untersucht. Fachleute prüfen unter anderem, ob ein grosses Fels- oder Gletscherereignis einen Wasserlauf vorübergehend blockierte und die spätere Flutwelle auslöste. Diese Erklärung galt am Donnerstag als plausible Arbeitshypothese, nicht als abschliessendes Untersuchungsergebnis.
Was Schweizer Reisende jetzt tun sollten
Das EDA nennt für konsularische Notfälle die rund um die Uhr erreichbare Helpline unter +41 800 24 7 365 beziehungsweise +41 58 465 33 33 sowie die Adresse helpline@eda.admin.ch. Schweizer Reisende können ihren Aufenthaltsort und ihre Reiseroute in der Travel Admin App erfassen oder aktualisieren. Das erleichtert die Kontaktaufnahme, ersetzt aber weder eine Reiseversicherung noch die direkte Anmeldung bei lokalen Behörden.
Die nepalesische Regierung hat zusätzlich ein Emergency Response Team geschaffen. Es soll Such- und Rettungsinformationen bündeln, Angaben zu Vermissten prüfen und die konsularische Zusammenarbeit mit ausländischen Vertretungen koordinieren. Die offiziellen Hotlines lauten +977 9744441227 und +977 9744441228 und sind nach Angaben des Aussenministeriums von 7 bis 22 Uhr Ortszeit besetzt. Für schriftliche Anfragen steht emergency@mofa.gov.np zur Verfügung.
Wer im Land unterwegs ist, sollte gesperrte Strassen, Flussufer und steile Hänge meiden und sich nicht auf eine geplante Route verlassen. Nach einer Sturzflut können Nachrutsche, beschädigte Brücken und unterspülte Wege auch ausserhalb des unmittelbar sichtbaren Schadengebiets gefährlich sein. Familien in der Schweiz sollten zuerst direkte Kontaktversuche, Reiseveranstalter, Unterkunft und offizielle Notfallstellen nutzen. Unbestätigte Namenslisten aus sozialen Netzwerken können Angehörige zusätzlich belasten und die Arbeit der Behörden erschweren.
Schweiz unterstützt die Nothilfe
Die Schweiz stellt nach Angaben von Swissinfo rund eine Million US-Dollar, umgerechnet ungefähr 800'000 Franken, über die humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen bereit. Unterstützt werden sollen unter anderem sauberes Wasser, Notunterkünfte, Lebensmittel sowie medizinische und psychosoziale Hilfe. Auch das Schweizerische Rote Kreuz und Helvetas sind in die Nothilfe eingebunden.
Nach Swissinfo waren am Donnerstag ungefähr 20 Schweizer Reisende in Travel Admin registriert; im Auslandschweizerregister waren rund 120 Personen in Nepal erfasst. Diese Registerzahlen sagen nicht, wie viele sich im Schadengebiet befanden. Die freiwillige Travel-Admin-Erfassung ist deshalb hilfreich, bildet aber nie alle Reisenden vollständig ab.
Für Reisende ist nun vor allem wichtig, zwischen gesicherten Informationen und vorläufigen Meldungen zu unterscheiden. Die Zahl der Opfer kann weiter steigen oder durch spätere Abgleiche korrigiert werden. Dieser Artikel bildet den bestätigten Stand vom 27. August 2026 um 19.30 Uhr Schweizer Zeit ab.
Quellen
- Swissinfo / Keystone-ATS: Zwei Schweizerinnen gerettet, eine weitere ohne Kontakt
- EDA: Reisehinweise Nepal und Helpline EDA
- Ministry of Foreign Affairs Nepal: Emergency Response Team for assistance regarding Rasuwa floods
- World Meteorological Organization: Flood tragedy in Nepal highlights cascading risks
- Government of Nepal / Embassy of Nepal in London: Flash Flood in Bhote Koshi River – Lagebild 27. August, 18 Uhr