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ZUR4 in Glattbrugg: Was das neue Rechenzentrum leisten soll

Digital Realty baut seinen Zürcher Campus aus. 15 Megawatt IT-Kapazität und das Zieljahr 2028 richtig eingeordnet – ohne falsche Neuigkeitsbehauptung.

Spatenstich für ZUR4 in Glattbrugg. Die Bauankündigung stammt vom August 2026.
Spatenstich für ZUR4 in Glattbrugg. Die Bauankündigung stammt vom August 2026. Bildquelle: Digital Realty / Data Center Dynamics.

Digital Realty erweitert seinen Rechenzentrumscampus in Glattbrugg um ZUR4. Geplant sind 15 Megawatt IT-Kapazität; die Fertigstellung wird für 2028 angestrebt. Netzwoche greift den Baustart in einem Update vom 16. September auf.

Für die zeitliche Einordnung ist wichtig: Der Betreiber hatte den Beginn der Bauarbeiten bereits am 27. August 2026 bekanntgegeben. Der neue Medienartikel macht den Baustart deshalb nicht zu einem erst heute erfolgten Ereignis.

Was 15 Megawatt aussagen

Die Angabe bezeichnet die vorgesehene elektrische IT-Kapazität. Sie ist kein direktes Mass für gespeicherte Daten, Nutzerzahlen oder die Anzahl möglicher KI-Anfragen. Diese Grössen hängen von der tatsächlich installierten Technik und ihrer Nutzung ab.

Auch Leistung und Energie sind verschieden. Megawatt beschreiben eine Leistung zu einem Zeitpunkt; für einen Energieverbrauch über ein Jahr braucht es zusätzlich die Betriebsdauer und Auslastung. Eine maximale Kapazität sollte daher nicht als bereits gemessener Jahresverbrauch ausgegeben werden.

Warum ein Campus mehr als ein einzelnes Gebäude ist

ZUR4 ergänzt die bestehenden Standorte ZUR1, ZUR2 und ZUR3. Ein solcher Verbund kann für Unternehmen interessant sein, wenn sie räumliche Nähe zu Netzbetreibern und anderen digitalen Diensten suchen.

Daraus folgt jedoch keine automatische Aussage über die Sicherheit oder Verfügbarkeit eines bestimmten Kundenangebots. Diese hängt zusätzlich von Architektur, Verträgen, Redundanz und betrieblicher Umsetzung ab.

Kühlung und Abwärme gehören zur Rechnung

Der Betreiber verweist auf moderne Kühlung und eine energieeffiziente Auslegung. Für eine vollständige Umweltbewertung reicht diese Ankündigung allein nicht. Wichtig sind tatsächlicher Strombedarf, Herkunft der Energie und eine mögliche Nutzung der entstehenden Wärme.

Bei Abwärmeprojekten muss ausserdem zwischen technisch verfügbarer Wärme und tatsächlich abgenommener Wärme unterschieden werden. Jahreszeit, Temperaturniveau und die vorhandenen Leitungen zu Nutzern beeinflussen, was sich sinnvoll verwenden lässt. Eine grosse theoretische Zahl ist deshalb noch kein gemessener Versorgungserfolg.

Was bis 2028 zu beobachten ist

Der angekündigte Fertigstellungstermin ist ein Projektziel. Für die weitere Entwicklung sind Baufortschritt, Inbetriebnahme und die tatsächlich bereitgestellte Kapazität relevant.

Die Meldung zeigt vor allem, wie sich die digitale Infrastruktur im Raum Zürich weiter verdichtet. Ob daraus ein besonders effizienter Betrieb wird, lässt sich später an konkreten Betriebsdaten besser beurteilen als an einer Visualisierung des künftigen Gebäudes.

Quellen und Stand

Recherchestand: 16. September 2026. Zahlen und Verfahrensstände beziehen sich auf die jeweils genannten Erhebungs- und Meldedaten.