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# Was ist die Franchise? Kostenbeteiligung bei der Schweizer Krankenkasse erklärt
- URL: https://www.schweiz.blog/was-ist-franchise-krankenkasse-schweiz/
- Published: 2026-09-30T08:40:50.000Z
- Updated: 2026-09-30T08:40:50.000Z
- Description: Zuerst Franchise, danach grundsätzlich Selbstbehalt – die Prämie läuft zusätzlich. Zwei Beispiele zeigen die Reihenfolge und die Grenzen der vereinfachten Rechnung.
- Author: schweizblog
- Tags: Gesundheit

Die **Franchise** ist der jährliche Betrag, bis zu dem du anrechenbare Behandlungskosten in der obligatorischen Schweizer Krankenpflegeversicherung zunächst selbst trägst. Danach folgt grundsätzlich der Selbstbehalt; die Versicherungsprämie bezahlst du zusätzlich.

Die Franchise ist daher weder eine monatliche Gebühr noch der höchste Betrag, den Gesundheit insgesamt kosten kann. Hilfreich ist eine Rechnung, die Prämien, anrechenbare Leistungen und besondere Kostenarten trennt.

**Stand: 19\. September 2026.** Grundlage sind die aktuellen BAG-Erläuterungen zur Grundversicherung. Die Beispiele betreffen Erwachsene, anrechenbare Leistungen im selben Kalenderjahr und den gewöhnlichen Selbstbehalt von 10 Prozent; Sonderfälle sind separat erklärt.

**Inhalt**

- [Drei Begriffe, drei unterschiedliche Aufgaben](#drei-begriffe-drei-unterschiedliche-aufgaben)
- [Beispiel eins: CHF 2’000 Kosten bei CHF 300 Franchise](#beispiel-eins-chf-2%25E2%2580%2599000-kosten-bei-chf-300-franchise)
- [Beispiel zwei: dieselben Kosten bei CHF 2’500 Franchise](#beispiel-zwei-dieselben-kosten-bei-chf-2%25E2%2580%2599500-franchise)
- [Warum Franchise plus CHF 700 nicht alle Gesundheitskosten deckelt](#warum-franchise-plus-chf-700-nicht-alle-gesundheitskosten-deckelt)
- [Zählt das Rechnungsdatum oder das Behandlungsdatum?](#z%25C3%25A4hlt-das-rechnungsdatum-oder-das-behandlungsdatum)
- [Ist eine hohe Franchise immer die günstigste Wahl?](#ist-eine-hohe-franchise-immer-die-g%25C3%25BCnstigste-wahl)
- [Gilt für Kinder dieselbe Rechnung?](#gilt-f%25C3%25BCr-kinder-dieselbe-rechnung)
- [So liest du die nächste Leistungsabrechnung](#so-liest-du-die-n%25C3%25A4chste-leistungsabrechnung)

## Drei Begriffe, drei unterschiedliche Aufgaben

| Begriff      | Bedeutung                                                                                 |
| ------------ | ----------------------------------------------------------------------------------------- |
| Prämie       | Regelmässiger Preis der Versicherung, auch ohne Behandlung                                |
| Franchise    | Jährlicher erster Eigenanteil an anrechenbaren Kosten                                     |
| Selbstbehalt | Grundsätzlich 10 Prozent der Kosten oberhalb der Franchise, mit ordentlicher Jahresgrenze |

Die ordentliche Franchise für Erwachsene beträgt CHF 300\. Wahlfranchisen sind CHF 500, 1’000, 1’500, 2’000 und 2’500\. Der gewöhnliche maximale jährliche Selbstbehalt für Erwachsene beträgt CHF 700\. Das [BAG erklärt Prämien und Kostenbeteiligung](https://www.bag.admin.ch/de/krankenversicherung-praemien-und-kostenbeteiligung?ref=schweiz.blog).

Diese Zahlen beziehen sich auf die Grundversicherung. Eine Zusatzversicherung kann andere Vertragsregeln haben. Rechnungen sollten deshalb zunächst der richtigen Versicherung und Leistungsart zugeordnet werden.

## Beispiel eins: CHF 2’000 Kosten bei CHF 300 Franchise

Aylin hat im fiktiven Kalenderjahr insgesamt CHF 2’000 anrechenbare Behandlungskosten. Sie hatte davor in diesem Jahr noch keine solchen Kosten. Es gelten keine Ausnahmen und kein erhöhter Medikamentenselbstbehalt.

| Rechenschritt                         | Betrag    |
| ------------------------------------- | --------- |
| Anrechenbare Behandlungskosten        | CHF 2’000 |
| Zuerst Aylins Franchise               | CHF 300   |
| Verbleibende Kosten                   | CHF 1’700 |
| 10 Prozent Selbstbehalt auf CHF 1’700 | CHF 170   |
| Aylins Kostenbeteiligung insgesamt    | CHF 470   |
| Anteil der Grundversicherung          | CHF 1’530 |

Die Rechnung lautet **300 + 10 % × (2’000 − 300) = CHF 470**. Aylin bezahlt nicht zusätzlich zehn Prozent auf die ersten CHF 300\. Diese gehören bereits vollständig zur Franchise.

Ob sie zunächst eine Rechnung bezahlt und danach eine Erstattung erhält oder eine Abrechnung der Kasse bekommt, verändert diese Modellrechnung nicht. Es kann aber einen Unterschied machen, wann sie Geld bereitstellen muss.

## Beispiel zwei: dieselben Kosten bei CHF 2’500 Franchise

Nun ändern wir nur die Franchise. Bei CHF 2’500 Franchise bleiben die gesamten CHF 2’000 Behandlungskosten unter dieser Grenze. Aylin trägt im Modell deshalb CHF 2’000 selbst; ein zusätzlicher gewöhnlicher Selbstbehalt fällt für diese Kosten noch nicht an.

Der Unterschied zur CHF-300-Variante beträgt bei den Behandlungskosten CHF 1’530\. Ein fairer Vergleich muss aber auch die unterschiedlichen Jahresprämien berücksichtigen. Ohne diese Prämien ist noch nicht beantwortet, welche Variante insgesamt günstiger wäre.

Nimmt man ausschliesslich zur Illustration eine Prämienersparnis von CHF 1’000 im Jahr für die hohe Franchise an, wäre diese Variante in genau diesem Modell insgesamt CHF 530 teurer. Das ist keine aktuelle Offerte und keine Prognose deiner Behandlungskosten.

## Warum Franchise plus CHF 700 nicht alle Gesundheitskosten deckelt

Zusätzlich kann ein Spitalkostenbeitrag von CHF 15 pro Tag anfallen; dafür bestehen Ausnahmen. Nicht gedeckte Leistungen, Prämien und Kosten ausserhalb der Grundversicherung gehören ebenfalls nicht in die einfache Franchise-Selbstbehalt-Grenze. Das [BAG beantwortet häufige Fragen zu Prämien und Kosten](https://www.bag.admin.ch/de/praemien-und-kosten-antworten-auf-haeufige-fragen?ref=schweiz.blog).

Bei bestimmten Arzneimitteln gilt ein erhöhter Selbstbehalt von 40 Prozent. Dessen Anrechnung an die Jahresgrenze ist besonders geregelt. Deshalb wäre «mit hoher Franchise zahlst du nie mehr als CHF 3’200» als Aussage über alle Gesundheitsausgaben falsch. Die [BAG-Seite zum differenzierten Selbstbehalt](https://www.bag.admin.ch/de/differenzierter-selbstbehalt-bei-arzneimitteln?ref=schweiz.blog) erklärt diesen Sonderfall.

Auch Leistungen bei Mutterschaft und weitere gesetzliche Ausnahmen müssen gesondert betrachtet werden. Prüfe eine unerwartete Abrechnung nach Leistungsart, bevor du nur mit einer Standardformel rechnest.

## Zählt das Rechnungsdatum oder das Behandlungsdatum?

**Für die Zuordnung zur jährlichen Kostenbeteiligung ist grundsätzlich das Behandlungsdatum massgebend.** Eine Behandlung im Dezember wird daher nicht allein deshalb zur Franchise des neuen Jahres, weil die Rechnung im Januar eintrifft.

Aylin legt verspätete Abrechnungen beim passenden Behandlungsjahr ab. So verwechselt sie nicht den Zahlungsmonat mit dem Jahr, dessen Franchise bereits teilweise ausgeschöpft wurde.

## Ist eine hohe Franchise immer die günstigste Wahl?

**Nein.** Sie senkt häufig die Prämie, erhöht aber den Betrag, den du bei anrechenbaren Behandlungen zunächst selbst finanzieren musst. Entscheidend sind die konkrete Prämiendifferenz, dein finanzieller Spielraum und die möglichen Behandlungskosten.

Eine günstige Monatsprämie ist wenig hilfreich, wenn bereits eine notwendige Rechnung die verfügbare Reserve übersteigt. Die Wahl der Franchise sollte keine notwendige medizinische Abklärung verhindern.

## Gilt für Kinder dieselbe Rechnung?

**Nein, Kinder haben andere ordentliche Beträge.** In der ordentlichen Grundversicherung besteht für Kinder keine Franchise; der gewöhnliche maximale Selbstbehalt beträgt CHF 350 pro Jahr. Wahlfranchisen und Familienkonstellationen benötigen eine gesonderte Betrachtung. Übertrage deshalb Aylins Erwachsenenbeispiel nicht unverändert auf ein Kind.

## So liest du die nächste Leistungsabrechnung

- Behandlungsjahr und gedeckte Leistung kontrollieren.
- Bereits angerechnete Franchise im selben Jahr feststellen.
- Gewöhnlichen oder besonderen Selbstbehalt unterscheiden.
- Prämie, Spitalkostenbeitrag und nicht gedeckte Positionen separat ansehen.

Für die Grundrechnung genügt die richtige Reihenfolge. Für eine vollständige Budgetplanung brauchst du zusätzlich die Kosten, die ausserhalb dieser Grundrechnung stehen.