Konsum

Was Galaxus-Einkäufe übers Alter verraten – und was nicht

Galaxus vergleicht Warenkörbe nach Altersgruppen. Warum die Verkaufsdaten interessant sind, aber keine vollständige Studie über Generationen ersetzen.

Pakete von Galaxus. Archivaufnahme.
Pakete von Galaxus. Archivaufnahme. Bildquelle: Rednaxela3 · CC BY-SA 4.0.

Windelzubehör, Gaming-Hardware oder Modelleisenbahn: Eine Auswertung von Galaxus zeigt, dass sich die gekauften Produktgruppen je nach Alter unterscheiden. Watson berichtet darüber am 16. September. Grundlage sind Verkäufe auf Digitec und Galaxus im laufenden Jahr bis Ende August.

Berücksichtigt wurden dem Bericht zufolge nur Produkte mit mindestens 500 verkauften Exemplaren. Schon diese Auswahl zeigt: Die Untersuchung bildet einen bestimmten Ausschnitt des Konsums ab, nicht sämtliche Einkäufe der Schweizer Bevölkerung.

Gekauft bedeutet nicht selbst genutzt

Eine wichtige Grenze jeder solchen Interpretation liegt im Unterschied zwischen kaufender und nutzender Person. Erwachsene bestellen Spielzeug für Kinder, Geschenke für Angehörige oder Material für andere Menschen.

Wenn ein Alterssegment besonders viele Kinderprodukte kauft, beschreibt das daher zunächst die Bestellenden. Es bedeutet nicht, dass diese die Produkte selbst verwenden. Gerade Lebensphasen und Haushaltsaufgaben können einen Warenkorb stärker prägen als ein abstraktes Generationenetikett.

Ein hoher Anteil braucht den richtigen Nenner

Es macht einen Unterschied, ob eine Aussage lautet «Ein Drittel dieser Produktkäufe stammt aus einer Altersgruppe» oder «Ein Drittel aller Menschen dieser Altersgruppe kauft das Produkt». Die erste Formulierung beschreibt die Verteilung der Verkäufe. Die zweite würde eine Aussage über die gesamte Gruppe machen.

Diese beiden Grössen sind nicht austauschbar. Eine kleine Altersgruppe kann bei einem speziellen Produkt stark vertreten sein und insgesamt dennoch nur einen kleinen Teil der Käufe ausmachen.

Was die Daten trotzdem interessant macht

Die Auswertung deutet auf unterschiedliche Alltagsbedürfnisse hin. Im Bericht spielen bei jüngeren Erwachsenen beispielsweise Familiengründung und bei anderen Gruppen Freizeit- oder Technikprodukte eine Rolle.

Für Händler können solche Muster bei Sortiment und Kommunikation nützlich sein. Für einzelne Kundinnen und Kunden sind sie eher ein Anlass zur Selbstbeobachtung: Welche Käufe entstehen aus einer konkreten Lebenssituation, welche aus Gewohnheit und welche wirklich aus persönlicher Vorliebe?

Warum daraus kein Generationenporträt wird

Menschen kaufen auch in anderen Onlineshops und in stationären Geschäften. Zudem sagt ein Konto nicht zwangsläufig alles über einen Haushalt. Eine Plattformauswertung kann deshalb nicht ohne Weiteres als repräsentative Aussage über «die Jugend» oder «die Pensionierten» dienen.

Wer die Ergebnisse mit diesen Grenzen liest, bekommt einen unterhaltsamen Blick auf Konsummuster. Wer daraus feste Eigenschaften ganzer Altersgruppen ableitet, macht aus Verkaufsdaten mehr, als sie belegen können.

Quellen und Stand

Recherchestand: 16. September 2026. Zahlen und Verfahrensstände beziehen sich auf die jeweils genannten Erhebungs- und Meldedaten.