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# Waadt plant 356 Millionen Defizit: Warum die Steuerabstimmung den Etat noch verändern kann
- URL: https://www.schweiz.blog/waadt-budget-2027-defizit-steuerabstimmung/
- Published: 2026-09-15T09:56:51.000Z
- Updated: 2026-09-15T09:56:50.000Z
- Description: Der Waadtländer Budgetentwurf 2027 rechnet mit einem Defizit und Reserveentnahmen. Welche Rolle die Abstimmung über die 12-Prozent-Initiative spielt.
- Author: schweizblog
- Tags: Politik, Finanzen, Schweiz, Kanton Waadt

Der Kanton Waadt plant für 2027 erneut mit einem Fehlbetrag. Der am 14\. September vorgestellte Budgetentwurf weist ein Defizit von 356 Millionen Franken aus. Die Rechnung enthält bereits Entnahmen aus Reserven – und noch nicht die Folgen einer möglichen Annahme der sogenannten 12-Prozent-Initiative.

Damit ist der Etat mehr als eine jährliche Aufstellung von Einnahmen und Ausgaben. Er steht zwischen einer angespannten Ausgangslage und einem Volksentscheid, der die künftigen Einnahmen verändern könnte. Abgestimmt wird am 27\. September 2026.

## Welche Zahlen zusammengehören

Nach den veröffentlichten Angaben sind im Budgetentwurf Entnahmen von 440 Millionen Franken aus Reserven vorgesehen. Trotzdem bleibt der ausgewiesene Fehlbetrag von 356 Millionen. Reserveentnahmen und Defizit beschreiben also unterschiedliche Teile derselben Rechnung.

Eine Reserve ist kein dauerhaft wiederkehrender Ertrag. Wird sie verwendet, kann sie in diesem Umfang später nicht nochmals eingesetzt werden. Für die Beurteilung der langfristigen Lage reicht es deshalb nicht, nur den am Ende ausgewiesenen Fehlbetrag anzuschauen.

Das bedeutet nicht, dass Reserven nie genutzt werden sollten. Sie können gerade dazu dienen, Belastungen abzufedern. Die entscheidende Frage ist, ob sie einen vorübergehenden Ausschlag überbrücken oder Jahr für Jahr eine anhaltende Lücke verdecken.

## Was die 12-Prozent-Initiative verändert

Die Vorlage zur Senkung der Einkommens- und Vermögenssteuern ist im aktuellen Budgetentwurf noch nicht als angenommen eingerechnet. Der Regierungsrat beziffert den damit verbundenen möglichen Einnahmenausfall auf 272 Millionen Franken.

Wer die Zahlen vergleicht, sollte ein Planungsszenario nicht mit einem bereits feststehenden Ergebnis verwechseln. Vor dem Urnengang ist offen, welche politische Grundlage gelten wird. Und selbst danach bleibt die konkrete Budgetberatung ein eigener Schritt.

Auch für einzelne Haushalte lässt sich aus der Bezeichnung «12 Prozent» keine pauschale Entlastung in Franken ableiten. Dafür wären die jeweils betroffene Steuerbasis und die persönlichen Verhältnisse massgebend. Die kantonale Gesamtrechnung und die individuelle Steuerrechnung sind zwei unterschiedliche Ebenen.

## Warum ein Budget noch keine Jahresrechnung ist

Ein Budget enthält erwartete Einnahmen und bewilligte beziehungsweise geplante Ausgaben. Wie sich das Jahr tatsächlich entwickelt, zeigt erst die spätere Rechnung. Konjunktur, Steuererträge und andere Faktoren können von den Annahmen abweichen.

Gerade deshalb ist der Vergleich mit früheren Jahren anspruchsvoller als «mehr oder weniger Defizit». Man sollte prüfen, ob jeweils Budget oder Rechnung gegenübergestellt werden und ob sich die Verbuchung einzelner Aufgaben verändert hat. Sonst entsteht schnell eine scheinbar klare Entwicklung aus Zahlen, die nicht dasselbe messen.

## Die politische Abwägung sichtbar machen

Eine Steuersenkung lässt Haushalten mehr verfügbares Geld, wenn sie entsprechend ausgestaltet ist. Gleichzeitig fehlen dem Kanton Einnahmen gegenüber dem bisherigen Szenario. Welche Leistungen, Prioritäten oder Finanzierungsmöglichkeiten daraus folgen, ist Teil der politischen Entscheidung.

Umgekehrt beantwortet ein Verzicht auf die Steuersenkung noch nicht automatisch alle Fragen zur Ausgabenentwicklung. Für einen tragfähigen Haushalt braucht es auch dann einen nachvollziehbaren mittelfristigen Plan. Die Regierung hatte bereits zuvor Arbeiten an einer Rückkehr zum finanziellen Gleichgewicht bis 2030 angekündigt.

Für Stimmberechtigte lohnt sich deshalb der Blick auf beide Seiten: die konkrete Entlastung und die vorgesehenen Folgen für den Kanton. Der Budgetentwurf liefert dafür Zahlen. Er nimmt die Entscheidung vom 27\. September aber nicht vorweg.

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## Quellen und Stand

Stand: 15\. September 2026.

- [20 minutes – Vaud: Un déficit de 356 millions en 2027 et bientôt plus de réserves](https://www.20min.ch/fr/story/vaud-le-conseil-d-etat-table-sur-un-deficit-de-356-millions-en-2027-103633082?ref=schweiz.blog)
- [Le Temps: Budgetentwurf, 14\. September 2026](https://www.letemps.ch/suisse/vaud/le-budget-vaudois-2027-affiche-un-deficit-de-356-millions-de-francs-sans-prendre-en-compte-l-initiative-12?ref=schweiz.blog)
- [Kanton Waadt: Arbeiten am Finanzplan bis 2030](https://www.vd.ch/actualites/communiques-de-presse-de-letat-de-vaud/detail/communique/le-conseil-detat-a-engage-les-travaux-en-lien-avec-le-plan-de-retour-a-lequilibre-financier-dici-2030?ref=schweiz.blog)