Alltag

Tierheime: Weniger Aufnahmen bringen noch keine Entlastung

30’681 Tiere nahmen die Einrichtungen von 66 STS-Sektionen 2025 auf. Trotz eines Rückgangs um 4,4 Prozent bleiben Plätze knapp und Tiere teils länger im Heim.

Porträt einer Katze in einem Tierheim. Symbolbild zur Tierschutzstatistik; keine Aufnahme aus einer der erfassten STS-Sektionen.
Isasza · CC BY-SA 4.0 · Symbolbild · unverändert · Lizenz

Die neue Tierschutzstatistik zeigt weniger Neuaufnahmen, aber weiterhin belastete Einrichtungen. Der Schweizer Tierschutz STS meldet für 2025 insgesamt 30’681 aufgenommene Tiere in den Tierheimen und Auffangstationen von 66 Sektionen. Längere Aufenthalte und schwierige Vermittlungen bremsen die Entlastung.

Die wichtigsten Zahlen der Tierschutzstatistik 2025

Die am 9. September 2026 veröffentlichte Statistik erfasst 30’681 Tiere. Ein Jahr zuvor waren es 32’079. Damit wurden in den erfassten Einrichtungen 1398 Tiere weniger aufgenommen; der STS beziffert den Rückgang auf 4,4 Prozent.

  • 2025: 30’681 aufgenommene Tiere.
  • 2024: 32’079 aufgenommene Tiere.
  • Veränderung: minus 1398 Tiere beziehungsweise rund 4,4 Prozent.
  • Erfasster Kreis: Tierheime und Auffangstationen von 66 STS-Sektionen.

Die Reichweite der Zahl ist dabei klar begrenzt. Es handelt sich um die Einrichtungen der genannten Sektionen. Die Veröffentlichung ist keine Vollerhebung sämtlicher Tierhaltungen oder aller privaten Auffangangebote in der Schweiz.

Warum weniger Neuaufnahmen nicht automatisch freie Plätze bedeuten

Viele Organisationen berichten laut STS weiterhin von hoher Auslastung und grosser Nachfrage nach Tierheimplätzen. Besonders häufig werden Hunde und Katzen genannt. Zudem bleiben manche Tiere länger in den Einrichtungen, weil ihre Vermittlung schwieriger ist.

Für die Auslastung zählt deshalb nicht nur, wie viele Tiere im Lauf eines Jahres neu eintreffen. Ebenso wichtig ist, wie lange sie bleiben. Ein Platz, der über längere Zeit besetzt ist, steht für eine weitere Aufnahme nicht zur Verfügung. Aus einer rückläufigen Jahreszahl allein lässt sich daher kein verlässlicher Schluss auf die tägliche Belegung ziehen.

Genau auf diese Grenze weist STS-Geschäftsführer Marco Mettler in der Mitteilung hin: Die Belastung der Einrichtungen könne nicht allein anhand der Neuaufnahmen beurteilt werden. Der Verband versteht den Rückgang ausdrücklich nicht als Entwarnung.

Welche Fragen die veröffentlichte Bilanz offenlässt

Die Mitteilung nennt keine landesweit einheitliche Auslastungsquote. Auch eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer oder eine vollständige Aufschlüsselung nach Tierarten ist im kurzen Veröffentlichungstext nicht enthalten. Solche Angaben wären nötig, um Veränderungen bei Belegung und Vermittlung genauer zu vergleichen.

Ebenso lässt sich daraus nicht ableiten, dass Tierabgaben insgesamt um 4,4 Prozent zurückgegangen sind. Gemessen werden aufgenommene Tiere in den erfassten Einrichtungen. Nachfrage, verfügbare Plätze und tatsächliche Aufnahmen sind unterschiedliche Grössen.

Was die Zahlen für Interessierte bedeuten

Wer ein Tier aus einem Heim aufnehmen möchte, sollte sich direkt bei der jeweiligen Einrichtung über das aktuelle Angebot und den Vermittlungsablauf informieren. Die gesamtschweizerische Verbandsstatistik kann weder die Situation eines bestimmten Heims noch die Eignung eines einzelnen Tiers für einen Haushalt abbilden.

Dasselbe gilt für Menschen, die einen Betreuungs- oder Abgabeplatz suchen. Ein rechnerischer Rückgang der Neuaufnahmen ist keine Zusage, dass in der Region kurzfristig Kapazitäten frei sind. Die Rückmeldungen des STS zeigen gerade, dass die Nachfrage nach Plätzen weiterhin hoch bleiben kann.

Auf die Aufenthaltsdauer kommt es an

Die zentrale Erkenntnis der Bilanz liegt im Zusammenspiel von Aufnahme und Vermittlung. Für Tierheime bedeutet ein Tier, das länger bleibt, eine länger dauernde Aufgabe bei Unterbringung und Betreuung. Eine sinkende Zahl neuer Tiere kann deshalb mit anhaltend grosser Arbeitsbelastung zusammenfallen.

Der Rückgang ist als statistische Veränderung klar belegt. Ob daraus eine dauerhafte Entspannung entsteht, lässt sich mit den jetzt veröffentlichten Angaben noch nicht beantworten. Dafür braucht es neben weiteren Jahreszahlen auch Informationen zur Belegung, Aufenthaltsdauer und erfolgreichen Vermittlung.

Quellen