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# SRG-Umfrage: Klare Nein-Trends bei Neutralitäts- und Ernährungsinitiative
- URL: https://www.schweiz.blog/srg-umfrage-september-2026-neutralitaet-ernaehrung/
- Published: 2026-09-16T08:10:00.000Z
- Updated: 2026-09-16T08:09:59.000Z
- Description: 63 Prozent Nein zur Neutralitätsinitiative, 64 Prozent zur Ernährungsinitiative: Die zweite SRG-Umfrage und ihre Grenzen verständlich erklärt.
- Author: schweizblog
- Tags: Politik, Schweiz

Elf Tage vor der eidgenössischen Abstimmung vom 27\. September zeigt die zweite SRG-Trendumfrage deutliche Nein-Mehrheiten bei beiden Volksinitiativen. Bei der Neutralitätsinitiative liegen bestimmt oder eher ablehnende Stimmen bei 63 Prozent, bei der Ernährungsinitiative bei 64 Prozent. Die am 16\. September veröffentlichten Zahlen von gfs.bern sind eine Momentaufnahme der Stimmabsichten, kein vorweggenommenes Abstimmungsergebnis.

## Die wichtigsten Zahlen nebeneinander

- **Neutralitätsinitiative:** 34 Prozent Ja, 63 Prozent Nein, 3 Prozent unentschieden. Die Nein-Seite gewinnt gegenüber der ersten Welle neun Prozentpunkte.
- **Ernährungsinitiative:** 33 Prozent Ja, 64 Prozent Nein, 3 Prozent unentschieden. Die Zustimmung sinkt gegenüber der ersten Welle um 14 Prozentpunkte.
- **Teilnahmeabsicht:** 49 Prozent, fünf Prozentpunkte mehr als in der ersten Befragung.

Die Meinungen sind bei der Neutralitätsinitiative stärker gefestigt: 83 Prozent äussern eine feste Stimmabsicht. Bei der Ernährungsinitiative sind es 71 Prozent. Auch dieser Unterschied ist relevant. Ein Ja oder Nein mit Vorbehalt ist etwas anderes als eine bereits feststehende Entscheidung.

## Worum es bei der Neutralitätsinitiative geht

Die Vorlage will zusätzliche Vorgaben zur Neutralität in der Bundesverfassung verankern. Dazu gehören die immerwährende, bewaffnete Neutralität, Einschränkungen bei der Zusammenarbeit mit Militärbündnissen und bei Sanktionen gegen kriegführende Staaten. Für UNO-Sanktionen und Massnahmen gegen die Umgehung von Sanktionen sind Ausnahmen vorgesehen.

Das Initiativkomitee sieht darin einen Schutz vor wechselnder politischer Auslegung und äusserem Druck. Bundesrat und Parlament halten den heutigen Handlungsspielraum für notwendig und empfehlen ein Nein. Die Abstimmung entscheidet somit über eine konkrete Verfassungsregelung. Sie lässt sich nicht auf die Frage verkürzen, ob man Neutralität grundsätzlich gut oder schlecht findet.

## Was die Ernährungsinitiative verändern will

Die Ernährungsinitiative verbindet eine höhere Selbstversorgung mit ökologischen Vorgaben. Sie verlangt unter anderem einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent und eine stärkere Ausrichtung auf pflanzliche Lebensmittel. Auch Trinkwasser, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit gehören zu den Zielen.

Der Bundesrat beurteilt die Vorgaben und ihre Fristen als nicht realistisch und warnt vor tiefgreifenden staatlichen Eingriffen. Die Befürworter wollen Ernährungssicherheit und nachhaltige Produktion verbindlich stärken. Für die persönliche Entscheidung ist deshalb zu unterscheiden zwischen der Zustimmung zu einem Ziel und der Zustimmung zu den vorgeschlagenen Mitteln.

## Warum «63 Prozent» keine Garantie sind

gfs.bern nennt für die Vorlagen einen statistischen Unsicherheitsbereich von plus oder minus 2,8 Prozentpunkten bei einem Konfidenzniveau von 95 Prozent. Für die Teilnahmeabsicht gilt ein anderer Wert: Sie beruht ausschliesslich auf 509 Telefoninterviews und hat einen Unsicherheitsbereich von rund 4,3 Prozentpunkten.

Diese Bandbreiten beschreiben statistische Unsicherheit unter den Voraussetzungen des Verfahrens. Sie decken nicht jede mögliche Veränderung bis zum Abstimmungstag ab. Menschen können ihre Meinung ändern; andere als die ursprünglich Teilnahmewilligen können tatsächlich abstimmen. Auch eine deutliche Umfragemehrheit macht die eigene Stimmabgabe daher nicht überflüssig.

## Drei Fragen helfen bei der eigenen Entscheidung

1. **Was steht im Text?** Lies den beantragten Verfassungsartikel und nicht nur die Kampagnenslogans.
2. **Welches Problem soll gelöst werden?** Trenne das erklärte Ziel von den vorgeschriebenen Instrumenten und Fristen.
3. **Welche Folgen sind belegt, welche umstritten?** Stelle die Argumente des Komitees und der Behörden gegenüber. Eine Umfrage prüft keine dieser Sachbehauptungen.

Die offiziellen Erläuterungen enthalten die Positionen beider Seiten. Für die briefliche Stimmabgabe sind zudem die kommunalen Hinweise zu Unterschrift, Rücksendung und Abgabefrist massgeblich. Die Zahlen helfen, die politische Ausgangslage zu verstehen; den Entscheid über die beiden Vorlagen treffen die Stimmberechtigten.

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## Quellen und Stand

Stand: 16\. September 2026.

- [gfs.bern: Zweite SRG-Trendumfrage, 16\. September 2026](https://www.gfsbern.ch/de/news/2-srg-trendumfrage-zur-eidg-abstimmung-von-27-september-2026/?ref=schweiz.blog)
- [Bund: Neutralitätsinitiative und Abstimmungserläuterungen](https://www.admin.ch/de/neutralitaetsinitiative?ref=schweiz.blog)
- [BLW: Ernährungsinitiative](https://www.blw.admin.ch/de/ernaehrungsinitiative?ref=schweiz.blog)