Schweizer Wirtschaft bleibt 2026 unter Druck – Ölpreis wird zum Unsicherheitsfaktor
Ökonomen rechnen mit rund einem Prozent Wachstum. Entscheidend ist, ob sich Energiepreise beruhigen und wie stark die exportorientierte Schweiz von der internationalen Nachfrage abhängt.

Ökonomen rechnen mit rund einem Prozent Wachstum. Entscheidend ist, ob sich Energiepreise beruhigen und wie stark die exportorientierte Schweiz von der internationalen Nachfrage abhängt.
Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2026 bleiben verhalten. Die Prognosen, die SRF zusammengetragen hat, bewegen sich in der Grössenordnung von einem Prozent Wachstum. Das ist kein Einbruch, aber deutlich zu wenig, um von einem kräftigen Aufschwung zu sprechen.
Ein wichtiger Unsicherheitsfaktor sind die Energiepreise. Sollten die Ölpreise hoch bleiben, rechnen Ökonomen mit noch schwächerem Wachstum. Die Schweiz importiert Energie und ist gleichzeitig stark in internationale Lieferketten eingebunden. Höhere Transport- und Produktionskosten treffen deshalb nicht nur Autofahrerinnen und Autofahrer, sondern auch Industrie, Logistik und Konsum.
Warum Exportfirmen besonders genau hinschauen
Schweizer Unternehmen verkaufen einen grossen Teil ihrer Produkte und Dienstleistungen im Ausland. Ihre Lage hängt damit von der Nachfrage in Europa, den USA und den asiatischen Märkten ab. Ein schwacher Euro, geopolitische Unsicherheit oder weniger Investitionen im Ausland können Aufträge verzögern, auch wenn die Schweizer Binnenwirtschaft stabil bleibt.
Gleichzeitig gibt es widerstandsfähige Bereiche. Pharma, Präzisionsindustrie, Finanzdienstleistungen und spezialisierte Technologieunternehmen verfügen teilweise über hohe Eintrittshürden und langfristige Kundenbeziehungen. Sie können den Gesamttrend stützen, ersetzen aber keine breite Dynamik.
Was das für Haushalte bedeutet
Ein Wachstum von rund einem Prozent ist im Alltag zunächst wenig sichtbar. Es kann aber bedeuten, dass Löhne vorsichtiger steigen, Unternehmen Investitionen verschieben und der Wettbewerb um neue Stellen zunimmt. Bei sinkender Inflation verbessert sich die Kaufkraft zwar etwas, doch hohe Mieten, Krankenkassenprämien und Energieausgaben bleiben spürbar.
Die Wirtschaftspolitik steht deshalb vor einer Balance: Entlastungen dürfen die Nachfrage nicht unnötig schwächen, gleichzeitig muss die Schweiz ihre Produktivität und Infrastruktur stärken. Für ein kleines, offenes Land ist Planbarkeit selbst ein Standortvorteil.
Quelle: SRF: Ökonomen erwarten ein schwaches Wirtschaftsjahr.