RSI spart 3.4 Millionen: Was für 2027 angekündigt ist
RSI plant acht bis zwölf Stellen weniger und Änderungen bei Produktion und Zusammenarbeit. Was feststeht und was das Publikum noch nicht weiss.

RSI hat sein Sparprogramm für 2027 konkretisiert. Das Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz soll im Rahmen des SRG-Projekts «Enavant» 3.4 Millionen Franken einsparen. Vorgesehen ist ein Abbau von acht bis zwölf Vollzeitstellen, berichtet persoenlich.com unter Berufung auf die Mitteilung des Unternehmens.
RSI will den Stellenabbau demnach fast vollständig über natürliche Fluktuation und Frühpensionierungen auffangen. «Fast vollständig» bedeutet jedoch nicht dasselbe wie eine uneingeschränkte Zusicherung, dass keine Kündigung vorkommt.
Wo gespart werden soll
Die Ankündigung nennt Prozesse, Produktionsweisen und Strukturen. Hinzu kommen geringere Realisierungs- und Produktionskosten einzelner Formate. In der Information soll RSI Inhalte und Dienstleistungen der anderen SRG-Unternehmenseinheiten stärker nutzen.
Für den Kulturbereich werden ein intensiverer Austausch mit SRF und RTS sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen digitalen Angeboten und Fernsehen genannt. Auch ein geringerer Beitrag an die Orchester der italienischen Schweiz ist vorgesehen.
Vollzeitstellen sind nicht automatisch gleich viele Personen
Eine Vollzeitstelle ist eine Rechengrösse für Arbeitsvolumen. Wie viele Menschen betroffen sind, hängt unter anderem von Beschäftigungsgraden und konkreten personellen Veränderungen ab. Aus acht bis zwölf Vollzeitstellen lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres die Zahl der individuellen Abgänge ablesen.
Ebenso wenig beschreibt natürliche Fluktuation einen folgenlosen Vorgang. Wenn eine frei werdende Stelle nicht ersetzt wird, muss die Arbeit entfallen, anders organisiert oder auf andere Personen verteilt werden.
Was das Publikum daraus ableiten kann
RSI kündigt Auswirkungen auf das Angebot an. Der ausgewertete Bericht liefert aber keine vollständige Liste aller künftig entfallenden oder veränderten Sendungen. Solche Angaben sollten nicht aus allgemeinen Sparzielen erraten werden.
Mehr Zusammenarbeit kann doppelte Arbeit reduzieren. Gleichzeitig bleibt die Frage, welche eigenständigen Inhalte für das italienischsprachige Publikum erhalten werden. Ob eine gemeinsame Produktion gut funktioniert, lässt sich nicht allein an der eingesparten Summe messen.
Der richtige Massstab für die Umsetzung
Für eine spätere Bilanz sollten Budget, personelle Entwicklung und konkrete Angebotsänderungen gemeinsam betrachtet werden. Ein erreichtes Sparziel beantwortet noch nicht, wie sich die Qualität und regionale Abdeckung verändert haben.
Die aktuelle Meldung beschreibt somit einen angekündigten Umbau für 2027. Erst mit den konkreten Programmentscheiden wird sichtbar, an welchen Stellen die Bevölkerung die Einsparungen tatsächlich bemerkt.
Quellen und Stand
Recherchestand: 16. September 2026. Zahlen und Verfahrensstände beziehen sich auf die jeweils genannten Erhebungs- und Meldedaten.