OL-SM: Simona und Fabian Aebersold holen erneut Gold
Die Geschwister Aebersold gewinnen die Mitteldistanz-SM in La Côte-aux-Fées. Simona holt den fünften Titel in Folge, Fabian den dritten – mit nur zehn Sekunden Vorsprung.

Doppelter Erfolg für die Geschwister Aebersold: Simona und Fabian haben an der Mitteldistanz-Schweizer-Meisterschaft im Orientierungslauf in La Côte-aux-Fées ihre Titel verteidigt. Der technisch anspruchsvolle Jurawald verlangte präzise Navigation. Bei den Junioren siegten Coralie Waldner und Loïc Berger.
Fabian Aebersold gewinnt knapp vor Daniel Hubmann
Im Elite-Rennen der Männer setzte sich Fabian Aebersold in 31:55 Minuten durch. Daniel Hubmann folgte nur zehn Sekunden später. Reto Egger gewann Bronze mit einem Rückstand von 1:43 Minuten. Die Strecke führte über 5,8 Kilometer und 115 Höhenmeter zu 25 Posten.
Für Aebersold war es der dritte Mitteldistanz-Titel in Folge. Nach dem Rennen hob er gegenüber Swiss Orienteering hervor, wie wichtig ein ruhiger Umgang mit den besonders schwierigen Passagen gewesen sei. Das Gelände verlangte bewusste Wechsel zwischen vorsichtigem Navigieren und höherem Lauftempo.
Simona Aebersold setzt ihre Titelserie fort
Bei den Frauen gewann Simona Aebersold in 30:15 Minuten und holte damit ihren fünften Schweizer Mitteldistanz-Titel hintereinander. Die Silbermedaille ging an Natalia Gemperle, die 1:49 Minuten zurücklag. Paula Gross sicherte sich Bronze mit 3:15 Minuten Rückstand.
Eine Besonderheit betrifft die Unterscheidung zwischen Laufzeit und Medaillenwertung: Die Slowakin Tereza Smelikova war im Rennen zweitschnellste Athletin, war aber nicht für die Schweizer Meisterschaftsmedaillen berechtigt. Deshalb steht Gemperle in der nationalen Medaillenwertung auf dem zweiten Platz.
Die Frauen absolvierten 4,6 Kilometer mit 105 Höhenmetern und 19 Posten. Aebersold beschrieb ihren Lauf als Kombination aus guter körperlicher Verfassung und sicherem Rhythmus bei der Navigation.
Warum der Jurawald entscheidend war
Swiss Orienteering beschreibt ein Gelände mit feinen Formen, Steinen, Felsen und verkarsteten Abschnitten. Gut belaufbare Passagen wechselten mit Dolinen und Löchern. Für schnelle Zeiten reichte es deshalb nicht, einfach durchgehend hohes Tempo zu laufen.
Die Athletinnen und Athleten mussten die Karte präzise lesen und gleichzeitig auf ihren nächsten Schritt achten. Das erklärt auch, weshalb die Sieger in ihren Rückblicken besonders das Timing zwischen technischem und körperlichem Einsatz betonten. Wenige Fehler konnten im engen Spitzenfeld entscheidend sein.
Waldner und Berger gewinnen bei den Junioren
In der Kategorie D20 setzte sich Coralie Waldner vor Rachel Marxer und Leonie Mathis durch. Ihr Vorsprung auf Marxer betrug laut Verbandsbericht gut eineinhalb Minuten. Waldner gelang es nach eigener Einschätzung besonders gut, Abweichungen rasch zu erkennen und darauf zu reagieren.
Bei den Junioren wiederholte Loïc Berger seinen Erfolg von der Langdistanz-SM des vorherigen Wochenendes. Er gewann mit rund dreieinhalb Minuten Vorsprung auf Stefan Zölly; Andri Gujan folgte auf Rang drei. Das Selbstvertrauen aus dem vorherigen Sieg habe ihm technisch und mental geholfen, berichtete Berger.
Das Rennen hatte auch Bedeutung für Selektionen
Die Meisterschaft diente für die entsprechenden Militärathleten zugleich als Selektionslauf für die CISM-Wettkämpfe vom 19. bis 25. Oktober in Stans. Für die 18- bis 20-Jährigen ging es ausserdem um Startplätze am Jugend-Europacup auf dem Sörenberg vom 2. bis 4. Oktober.
Die Schweizer Delegationen sollen nach der Ankündigung von Swiss Orienteering am Dienstag, 15. September, bekanntgegeben werden. Die Resultate der Meisterschaft sind daher noch nicht mit einer abschliessenden Selektion gleichzusetzen.
Punkte für den Grand-Slam-Final
Die Mitteldistanz-SM zählt zudem zur Schweizer Grand-Slam-Serie. Elite-Athletinnen und -Athleten sowie die Kategorien D20 und H20 sammeln an den vier Einzel-Schweizer-Meisterschaften Punkte für den Final.
Dieser ist für den 14. November 2026 in Knies Kinderzoo in Rapperswil angekündigt. Die Titel in La Côte-aux-Fées haben damit sowohl unmittelbaren Meisterschaftswert als auch Bedeutung für den weiteren Saisonverlauf.