neon vs. Yuh: Welches Konto passt zu deinem Schweizer Alltag?
Ein kostenloses Konto ist nicht bei jeder Nutzung kostenlos. Wir vergleichen vier Alltagsaufgaben und rechnen Bargeld- sowie Fremdwährungsgebühren transparent vor.

neon und Yuh können beide dein Schweizer Alltagskonto sein. Die Unterschiede zeigen sich weniger beim monatlichen Lohn als am Bancomaten und beim Bezahlen in Fremdwährungen. Besonders wichtig: neon free bietet heute keine kostenlosen Schweizer Bancomatbezüge mehr. Wer sich auf ältere Vergleiche verlässt, kann deshalb mit falschen Kosten rechnen.
Stand: 19. September 2026. Offizielle Preislisten und Hilfeseiten, geprüft am 19. September 2026. Basisvergleich: neon free und das reguläre Yuh-Konto für eine erwachsene Einzelperson mit Wohnsitz Schweiz. neon plus wird als klar bezeichnete Alternative ergänzt. Die Rechenbeispiele sind fiktiv, ohne Neukundenprämien, Drittgebühren oder persönliche Rabatte. Keine Konten eröffnet und keine Transaktionen durchgeführt.
Inhalt: neon free und Yuh auf einen Blick · Aufgabe 1: Deinen Lohn erhalten · Aufgabe 2: Rechnungen bezahlen · Aufgabe 3: Regelmässig Bargeld beziehen · Aufgabe 4: Im Ausland und online in Fremdwährung zahlen · Anlagefunktionen separat beurteilen · Bank, Sicherheit und Hilfe: Das solltest du unterscheiden · Welches Konto passt zu dir?
neon free und Yuh auf einen Blick
| Alltagsleistung | neon free | Yuh |
|---|---|---|
| Kontogrundgebühr | 0 | 0 |
| Erste physische Karte | 20 Franken | Kostenlos |
| Lohn in CHF auf persönliche IBAN | Möglich | Möglich |
| Rechnungen | Schweizer Zahlungsverkehr, eBill und QR-Funktionen | Schweizer Zahlungsverkehr und eBill |
| CHF am Schweizer Bancomaten | 2.50 Franken pro Bezug | Ein Bezug je Kalenderwoche kostenlos; danach 1.90 |
| Fremdwährungszahlung mit Karte | 0,35 % Aufschlag auf den Mastercard-Kurs | 0,95 % Währungswechselgebühr auf den Interbankenkurs |
| Bargeld im Ausland | 1,5 % Bezugsgebühr; bei free zusätzlich Wechselkursaufschlag | 4.90 Franken pro Bezug; Währungswechsel gegebenenfalls zusätzlich |
| Kontoführende Bank | Hypothekarbank Lenzburg | Swissquote Bank |
Grundlage sind die neon-Planübersicht, die detaillierte neon-Preisliste und die Yuh-Preise. Die beiden Wechselkursbasen sind unterschiedlich. Aus 0,35 und 0,95 Prozent lässt sich deshalb nicht für jede einzelne Transaktion ein garantierter Gesamtpreisabstand ableiten.
Aufgabe 1: Deinen Lohn erhalten
Für einen gewöhnlichen Schweizer Lohn in Franken ist die persönliche IBAN der entscheidende Ausgangspunkt. Du teilst sie der Lohnbuchhaltung mit und prüfst nach der Umstellung den ersten Zahlungseingang. Beide Konten sind dafür grundsätzlich geeignet. Die Kontoführung ohne Grundgebühr allein entscheidet diesen Vergleich daher kaum.
Bei neon liegt das Konto bei der Hypothekarbank Lenzburg. Bei Yuh werden die Bankdienstleistungen von Swissquote erbracht; die Yuh-FAQ erläutern auch die persönliche IBAN und den Kontoinhaber für Überweisungen. Verwende diese individuellen Angaben, nicht eine allgemeine Bank-IBAN aus einem Suchresultat.
Für Lohn in Euro oder einer anderen Währung wird der Vergleich anders: neon führt das Alltagskonto in CHF und beschreibt die Umrechnung eingehender Fremdwährungen in der Preisliste. Yuh bietet ein Mehrwährungskonto. Prüfe bei einem solchen Lohn deshalb Währung, Überweisungskanal, Umrechnung und mögliche fremde Bankspesen. «Kostenloser Lohnempfang» beantwortet noch nicht die ganze Fremdwährungsfrage.
Praktischer Wechsel: Lass dein bisheriges Konto so lange bestehen, bis Lohn, Miete und wichtige Abbuchungen zuverlässig über das neue laufen. Das ist eine organisatorische Reserve; eine unnötige langfristige Doppelkontoführung muss daraus nicht werden.
Aufgabe 2: Rechnungen bezahlen
neon unterstützt eBill, Daueraufträge und QR-Rechnungen. Für eine QR-Rechnung nennt die offizielle Anleitung den Weg über «Zahlungen», «Neue Zahlung» und anschliessend Scannen oder Hochladen. Das Hochladen ist besonders praktisch, wenn die Rechnung bereits als Datei auf demselben Handy liegt.
Yuh nennt eBill und Schweizer Zahlfunktionen auf seiner Seite zum Bezahlen. Für regelmässige Rechnungen ist weniger das Logo entscheidend als ein sauberer Umzug deiner Zahlungsaufträge: Welche Rechnung kommt als eBill, welche als PDF, welche wird per Dauerauftrag bezahlt?
- Miete: Übertrage Betrag, Empfänger und Ausführungsdatum bewusst. Prüfe, ob der erste neue Dauerauftrag zeitlich mit dem letzten alten kollidiert.
- Krankenkasse und Telefon: Kontrolliere eBill-Anmeldungen beziehungsweise die vom Rechnungssteller vorgesehenen Zahlungswege.
- Einmalige Rechnung: Prüfe nach dem Erfassen Empfänger, Referenz, Betrag und Fälligkeit.
- Monatskontrolle: Eine erfasste Zahlung ist nicht dasselbe wie eine erfolgreich ausgeführte Zahlung. Behalte die Übersicht über offene und erledigte Aufträge.
Wir haben keine persönlichen Zahlungsprozesse ausgeführt. Für Aussagen wie «diese App braucht zwei Klicks weniger» wäre ein vergleichbarer Bedienungstest nötig. Der verfügbare Funktionsumfang reicht hier für die Entscheidung, welche alltäglichen Aufgaben abgedeckt werden.
Aufgabe 3: Regelmässig Bargeld beziehen
Nora hebt im fiktiven Beispiel jeden Monat viermal CHF am Schweizer Bancomaten ab, jeweils in unterschiedlichen Kalenderwochen. Bei neon free sind das viermal 2.50 Franken, also 120 Franken pro Jahr. Bei Yuh bleiben diese 48 Bezüge innerhalb der jeweils einen kostenlosen Wochenabhebung: keine Yuh-Bezugsgebühr. Gebühren des Automatenbetreibers wären separat zu prüfen.
Die Verteilung ist entscheidend. Vier Abhebungen am selben Samstag kosten bei Yuh drei zusätzliche Bezugsgebühren, zusammen 5.70 Franken. Ein wöchentliches Kontingent lässt sich nicht beliebig ansparen oder mit «vier pro Monat» gleichsetzen. Die neon-Hilfe zu Bargeld nennt als Alternative kostenlose Bezüge beim Einkauf an unterstützten Supermarktkassen; dort gelten eigene Bedingungen.
neon plus kostet bei jährlicher Zahlung 20 Franken und enthält zwei kostenlose Schweizer Bancomatbezüge pro Monat. In Noras Modell blieben monatlich zwei kostenpflichtige Bezüge: 60 Franken Bezugsgebühren plus 20 Franken Jahrespreis, also 80 Franken. Die erste Karte kommt gegebenenfalls einmalig hinzu. Wer regelmässig Bargeld braucht, sollte daher nicht nur «free gegen kostenlos» vergleichen.
Ergebnis: Für dieses klar definierte Bargeldmuster passt Yuh günstiger. Wenn du fast alles mit Karte bezahlst oder Bargeld ohnehin beim geeigneten Supermarkteinkauf beziehst, verliert dieser Unterschied an Gewicht.
Aufgabe 4: Im Ausland und online in Fremdwährung zahlen
Luca bezahlt jährlich Waren und Reisen im Gegenwert von 6’000 Franken in Fremdwährungen. Rein auf die ausgewiesene prozentuale Gebührenkomponente bezogen ergeben sich bei neon free 21 Franken und bei Yuh 57 Franken. Das ist eine Gebührenillustration auf derselben angenommenen Bemessungsgrundlage, kein gemessener Jahresvergleich tatsächlicher Wechselkurse.
Mit neon plus entfällt der neon-Aufschlag auf den Mastercard-Kurs. Der Jahrespreis von 20 Franken wäre allein über eingesparte 0,35 Prozent bei ungefähr 5’714 Franken Fremdwährungs-Kartenumsatz erreicht. Bei monatlicher Zahlung sind es 24 Franken pro Jahr und eine entsprechend höhere Schwelle. Andere Leistungen und einmalige Kartenkosten sind in dieser isolierten Rechnung nicht enthalten.
Yuh kann Fremdwährungsguthaben halten. Ist die benötigte Währung bereits vorhanden, muss beim Einkauf nicht zwingend erst umgetauscht werden. Wurde sie zuvor aus CHF gekauft, gehört die damalige Wechselgebühr trotzdem zu deinen Kosten. Verschiebe sie nicht gedanklich aus der Rechnung, nur weil sie an einem anderen Tag angefallen ist.
Für Bargeld im Ausland gelten andere Tarife als für Karteneinkäufe. Eine feste Gebühr pro Bezug wirkt bei kleinen Beträgen stärker; eine prozentuale wächst mit dem Betrag. Prüfe zusätzlich die Anzeige des Automaten. Lasse dich nicht von einer bequem angebotenen Umrechnung in CHF zu der Annahme verleiten, sie sei automatisch die günstigere Option.
Anlagefunktionen separat beurteilen
Ein gutes Lohnkonto ist nicht automatisch das beste Depot für deine Anlagestrategie. Bei neon invest nennt die Preisliste 0,5 Prozent für Schweizer Aktien und ETFs sowie 1 Prozent für internationale Aktien, grundsätzlich mit einer Mindestgebühr von einem Franken ausserhalb des Sparplans. Alle angebotenen Titel werden in CHF gehandelt. Das allein bedeutet nicht, dass ein ausländisches Unternehmen oder ein Fonds kein Währungsrisiko mehr hat.
Yuh weist gestaffelte Wertpapier-Handelsgebühren aus und bietet für bestimmte ETFs kostenlose wiederkehrende Käufe. Diese Aktion beziehungsweise Preisregel beseitigt nicht automatisch Stempelabgaben, Fondskosten oder spätere Verkaufsgebühren. Prüfe das konkrete Wertpapier, den Kaufweg und die Gebührenübersicht, statt «gratis investieren» mit vollständig kostenfrei gleichzusetzen.
Ein weiterer praktischer Unterschied kann die Übertragbarkeit sein: Die Yuh-Anlage-FAQ beschreiben derzeit keine Möglichkeit, Wertpapiere zu einem anderen Institut zu übertragen. Für jemanden, der langfristig ein Depot aufbauen und später verschieben möchte, kann das wichtiger sein als wenige Franken Kontogebühr. Dieser Artikel empfiehlt keine einzelnen Wertpapiere oder Kryptowährungen.
Bank, Sicherheit und Hilfe: Das solltest du unterscheiden
neon und Yuh sind die App-Marken; die Bankverbindung dahinter ist eine eigene Information. neon erläutert die Kontoführung durch die Hypothekarbank Lenzburg. Yuh nennt Swissquote und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Einlagensicherung für Guthaben bei Yuh und Swissquote zusammen betrachtet wird. Die gesetzliche Einlagensicherung ist kein Schutz vor Kursverlusten bei Anlagen.
Für den Alltag brauchst du vor allem einen erreichbaren Sperrweg bei Kartenverlust und einen funktionierenden Zugang bei einem Handywechsel. Speichere den offiziellen Notfallkontakt ausserhalb des Handys und halte deine Kontaktdaten aktuell. Wir haben weder eine technische Sicherheitsprüfung noch einen Support-Zeittest durchgeführt; aus der Gestaltung einer App lässt sich kein seriöser Sicherheitsrang ableiten.
Welches Konto passt zu dir?
- Yuh ist im gezeigten Modell attraktiv, wenn du regelmässig einmal pro Kalenderwoche Bargeld in der Schweiz beziehst und eine erste physische Karte ohne Ausgabegebühr möchtest.
- neon free passt, wenn du selten am Bancomaten bist und den geringeren ausgewiesenen Karten-Wechselkursaufschlag nutzen möchtest.
- neon plus verdient einen eigenen Vergleich, wenn Fremdwährungsumsatz oder einige monatliche Bargeldbezüge die Jahresgebühr rechtfertigen.
- Für Anlagen entscheide separat: Sortiment, Handelskosten und spätere Übertragbarkeit sind andere Kriterien als Lohn und Rechnungen.
Nimm für deine Entscheidung die letzten drei Konto- und Kartenmonate: Zähle Bargeldbezüge, Fremdwährungsumsatz und notwendige Überweisungen. Hochgerechnet ergibt das eine wesentlich passendere Gebührenrechnung als die Frage, welche App grundsätzlich «gratis» ist.