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# Hitzesommer setzt Schweizer Landwirtschaft unter Druck: Uniterre fordert Kurswechsel
- URL: https://www.schweiz.blog/hitzesommer-schweizer-landwirtschaft-uniterre-agrarpolitik-2030/
- Published: 2026-09-18T15:55:00.000Z
- Updated: 2026-09-18T15:54:59.000Z
- Author: schweizblog
- Tags: Schweiz, Wirtschaft, Wissen

**Der Sommer 2026 hat der Schweizer Landwirtschaft vor Augen geführt, wie verletzlich viele Betriebe gegenüber den Folgen des Klimawandels sind.** Hitze, anhaltende Trockenheit, Hagel und Starkregen trafen Kulturen und Tierhaltung gleichzeitig. Die bäuerliche Organisation Uniterre fordert deshalb politische Konsequenzen und warnt davor, die Agrarpolitik 2030+ vor allem als Verwaltungsreform zu behandeln.

## Wenn mehrere Risiken gleichzeitig eintreffen

Für landwirtschaftliche Betriebe ist nicht nur ein einzelnes Extremereignis problematisch. Hitze erhöht den Wasserbedarf, Dürre reduziert Futter und Erträge, während Gewitter und Hagel die Kulturen in wenigen Minuten zerstören können. Uniterre berichtet zudem von schwierigen Arbeitsbedingungen im Freien und unter Glas, vorzeitigem Abtrieb von Tieren aus den Alpen sowie sinkenden Erträgen bei Kartoffeln, Karotten, Rüben, Zwiebeln und Mais.

Diese Kombination verschärft die wirtschaftliche Lage. Wenn Ernten ausfallen, laufen viele Fixkosten weiter. Gleichzeitig müssen Betriebe zusätzlich bewässern, Futter zukaufen oder Schutzmassnahmen finanzieren. Für kleinere Höfe kann eine schlechte Saison deshalb nicht bloss einen vorübergehenden Verlust, sondern eine existenzielle Belastung bedeuten.

## Was bei der Agrarpolitik 2030+ auf dem Spiel steht

Der Bund will mit der Agrarpolitik ab 2030 die Ernährungssicherheit stärken, den unternehmerischen Spielraum erweitern und die Ressourceneffizienz verbessern. Die Vernehmlassung läuft bis Dezember 2026\. Uniterre begrüsst zwar das Ziel einer zukunftsfähigen Landwirtschaft, kritisiert aber, dass die bisherigen Vorschläge die strukturellen Probleme des Hofsterbens und die wachsenden Klimarisiken nicht ausreichend berücksichtigen.

Eine zukunftsfähige Agrarpolitik muss deshalb mehrere Ebenen verbinden. Dazu gehören verlässliche Einkommen, eine bessere Absicherung gegen nicht versicherbare Extremrisiken, Investitionen in Wasserspeicherung und bodenschonende Bewirtschaftung sowie Beratung für klimaangepasste Sorten und Anbaumethoden. Auch die Frage, wie viel Risiko bei den Betrieben, beim Markt und beim Staat liegt, muss offen diskutiert werden.

## Mehr als Nothilfe nach der Katastrophe

Politische Unterstützung darf nicht erst beginnen, wenn die Schäden bereits entstanden sind. Rückhaltebecken, effiziente Bewässerung, Humusaufbau, Agroforstsysteme und vielfältigere Fruchtfolgen können die Widerstandsfähigkeit erhöhen. Gleichzeitig brauchen Landwirtinnen und Landwirte Zugang zu Wissen, Investitionskrediten und fairen Preisen.

Die Debatte über Agrarpolitik 2030+ ist damit auch eine Debatte über die Versorgung der Schweiz. Wer regionale Produktion erhalten will, muss die realen Kosten der Klimaanpassung berücksichtigen. Der Hitzesommer war kein isoliertes Naturereignis, sondern ein Stresstest für ein gesamtes Ernährungssystem.

## Fazit

Uniterres Forderung nach einem politischen Kurswechsel richtet den Blick auf eine zentrale Frage: Wie kann die Schweiz Landwirtschaft nicht nur verwalten, sondern für ein deutlich unberechenbareres Klima wappnen? Die Antwort wird darüber entscheiden, wie stabil die heimische Lebensmittelproduktion in den kommenden Jahrzehnten bleibt.

**Quellen:** [Uniterre](https://uniterre.ch/fr/plus-question-dattendre-apres-ce-sinistre-ete-caniculaire/?ref=schweiz.blog) und [Bundesamt für Landwirtschaft](https://www.blw.admin.ch/de/agrarpolitik-2030?ref=schweiz.blog).