Gesundheit

Grippeimpfstoff verzögert sich: Was du für deinen Impftermin wissen solltest

Ein Teil der Grippeimpfstoffe kommt später. Was bisher bekannt ist, wann das BAG die Impfung empfiehlt und wie du deinen Termin sinnvoll planst.

Grippeimpfstoff-Spritzen der Saison 2024/25. Symbolbild; nicht die aktuelle Schweizer Lieferung.
Grippeimpfstoff-Spritzen der Saison 2024/25. Symbolbild; nicht die aktuelle Schweizer Lieferung. Foto: Epolk · CC BY-SA 4.0.

Wer im Herbst einen Termin für die Grippeimpfung vereinbaren möchte, könnte nicht überall den gewünschten Impfstoff sofort erhalten. Laut SRF sind in der Schweiz zwei von vier Grippeimpfstoffen von Lieferverzögerungen betroffen. Das Bundesamt für Gesundheit rechnet dem Bericht zufolge damit, dass rund 60 Prozent der Menge rechtzeitig eintreffen. Das bedeutet weder, dass sämtliche Impfungen ausfallen, noch, dass jede Praxis gleich stark betroffen ist.

Der sinnvolle nächste Schritt ist deshalb eine konkrete Nachfrage bei der eigenen Praxis oder Apotheke: Welcher Impfstoff ist für mich vorgesehen, ist er verfügbar und wann ist ein Termin realistisch? Die landesweite Meldung beantwortet diese drei Fragen für den einzelnen Standort noch nicht.

Was über die Verzögerungen bekannt ist

SRF schildert unter anderem den Fall einer Apotheke in Gränichen: Ein Lieferant stellte erst Januar in Aussicht, ein anderer Mitte November. Diese Angaben betreffen die dortigen Bezugswege. Sie sind kein schweizweit einheitlicher Lieferkalender. Laut dem Bericht hält Pharmasuisse an der ersten Novemberwoche als Aktionszeitraum fest und sieht zusätzlich ein Zeitfenster Ende November vor.

Solche Unterschiede erklären, weshalb zwei Personen trotz gleicher Impfempfehlung verschiedene Terminvorschläge bekommen können. Entscheidend sind die lokale Bestellung, das verfügbare Präparat und die individuelle Eignung. Ein bereits vereinbarter Termin sollte daher nicht allein wegen einer allgemeinen Schlagzeile abgesagt werden.

Welcher Zeitpunkt ist sinnvoll?

Das BAG empfiehlt die saisonale Grippeimpfung ab Mitte Oktober bis zum Beginn der Grippewelle. Eine Verzögerung gegenüber dem persönlichen Wunschtermin bedeutet somit nicht automatisch, dass die Impfung nutzlos geworden ist. Ob und wann sie im konkreten Fall angezeigt ist, sollte die zuständige Fachperson beurteilen.

Die Empfehlung betrifft insbesondere Menschen mit erhöhtem Komplikationsrisiko und Personen, die engen Kontakt zu ihnen haben. Welche Voraussetzungen zutreffen, lässt sich anhand der aktuellen BAG-Empfehlungen mit Arztpraxis oder Apotheke klären. Alter, Vorerkrankungen und die konkrete Zulassung des Impfstoffs können dabei eine Rolle spielen.

Warum nicht jeder Impfstoff beliebig austauschbar ist

Die Präparate unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der zugelassenen Altersgruppen. Das BAG nennt für ältere Menschen zudem Situationen, in denen ein hochdosierter Impfstoff bevorzugt wird: ab 75 Jahren sowie ab 65 Jahren bei zusätzlichen Risikofaktoren. Aus «ein anderer Impfstoff ist verfügbar» folgt deshalb noch keine individuelle Empfehlung.

Die Auswahl gehört in fachkundige Hände. Es ist weder nötig noch sinnvoll, selbst einen vermeintlich passenden Impfstoff im Internet zu beschaffen. Für die Terminplanung reicht es, die eigenen medizinischen Voraussetzungen anzusprechen und sich eine geeignete verfügbare Option erklären zu lassen.

Eine kurze Checkliste für den Anruf

  • Bestehenden Termin bestätigen: Ist die Dosis für den vereinbarten Termin verfügbar oder ist eine Verschiebung absehbar?
  • Eignung klären: Benötige ich aufgrund von Alter oder Gesundheit ein bestimmtes Präparat?
  • Alternativen erfragen: Gibt es eine medizinisch passende Alternative oder eine Warteliste?
  • Rückmeldung vereinbaren: Wer informiert mich, sobald eine Lieferung bestätigt ist?
  • Mehrfachreservationen bereinigen: Falls du anderswo einen Termin bekommst, sage eine nicht mehr benötigte Reservation rechtzeitig ab.

Die Liefermeldung richtig einordnen

Die Information über einen Engpass beschreibt die Versorgungslage zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie sagt nichts darüber aus, ob eine bestimmte Person bereits geschützt ist oder welche Ursache aktuelle Beschwerden haben. Grippe, andere Atemwegsinfektionen und individuelle Risiken lassen sich nicht aus der Verfügbarkeit eines Impfstoffs ableiten.

Für die nächsten Wochen ist ein bestätigter Termin hilfreicher als das Warten auf eine vermeintliche Entwarnung für die ganze Schweiz. Wer zu einer Risikogruppe gehört, bespricht die Planung frühzeitig mit der behandelnden Praxis. So bleibt Zeit, auf Lieferänderungen zu reagieren, ohne aus einer Verzögerung einen unnötigen Verzicht werden zu lassen.


Quellen und Stand

Stand: 16. September 2026.