Bahnrekord 2025: Was 23.7 Milliarden Personenkilometer bedeuten
Die Schweizer Bahn erreichte 2025 einen neuen Verkehrsrekord. Warum Personenkilometer weder Fahrgastzahl noch Auslastung eines einzelnen Zuges sind.
Die Schweizer Eisenbahnen haben 2025 eine Verkehrsleistung von 23.7 Milliarden Personenkilometern erreicht. RTS berichtet am 16. September über die neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg von rund 3.2 Prozent.
Hinter der grossen Zahl steckt eine wichtige Unterscheidung: Gemessen wird nicht die Zahl unterschiedlicher Menschen im Zug, sondern die zurückgelegte Entfernung aller Fahrgäste zusammen.
So funktioniert die Einheit
Fährt eine Person zehn Kilometer, entstehen zehn Personenkilometer. Fahren hundert Personen dieselbe Strecke, sind es tausend. Dieselbe Person kann mit jeder weiteren Fahrt erneut zur Jahresleistung beitragen.
Ein einfaches Beispiel zeigt, weshalb die Einheit etwas anderes misst als Fahrgastzahlen: Hundert Personen auf einer Strecke von zehn Kilometern ergeben dieselbe Verkehrsleistung wie zehn Personen auf einer Strecke von hundert Kilometern. Für Bahnhöfe, Sitzplätze und Fahrplan können diese Situationen trotzdem sehr unterschiedlich sein.
Mehr Verkehr ist nicht automatisch überall mehr Gedränge
Der landesweite Jahreswert sagt nicht, zu welcher Uhrzeit die Nachfrage anfällt oder auf welchen Linien sie besonders steigt. Für die Frage, ob ein bestimmter Pendlerzug überfüllt ist, braucht es Daten zu dieser Verbindung und ihrem Platzangebot.
Auch ein gleichzeitiger Ausbau der Kapazität kann eine Rolle spielen. Steigen Verkehrsleistung und Sitzplatzangebot gemeinsam, muss die durchschnittliche Auslastung nicht im selben Mass zunehmen. Umgekehrt kann ein einzelner Engpass bestehen bleiben, obwohl andere Strecken noch freie Kapazitäten haben.
Weshalb der Vergleich mit 2024 sinnvoll ist
RTS nennt für 2024 rund 22.9 Milliarden Personenkilometer. Wegen der gerundeten Milliardenwerte sollte die prozentuale Veränderung aus den detaillierten Originalzahlen stammen und nicht aus einer Überschlagsrechnung der gerundeten Angaben.
Für längere Zeitvergleiche ist ausserdem die Pandemie zu beachten: Ein Vergleich allein mit einem Jahr stark eingeschränkter Mobilität würde die Erholung besonders gross erscheinen lassen. Der aktuelle Rekord lässt sich deshalb besser in einer mehrjährigen Reihe als mit einem einzelnen Krisenjahr einordnen.
Was der Rekord für die Verkehrsdebatte bringt
Die neue Zahl belegt die Bedeutung der Bahn für die tatsächlich zurückgelegten Wege. Sie entscheidet aber nicht allein, wo neue Gleise oder dichtere Fahrpläne am meisten nützen. Dafür müssen regionale Nachfrage, Anschlüsse, Kapazität und Kosten zusammen betrachtet werden.
Für Fahrgäste bleibt der praktische Massstab die gesamte Reise: verlässliche Verbindung, geeignete Abfahrtszeit und funktionierende Umstiege. Die Jahresstatistik liefert dazu einen wichtigen Hintergrund – sie ersetzt die Betrachtung des konkreten Angebots nicht.
Quellen und Stand
Recherchestand: 16. September 2026. Zahlen und Verfahrensstände beziehen sich auf die jeweils genannten Erhebungs- und Meldedaten.